PAIS

Informationen zu Post-Akuten Infektions-Syndromen, Long-COVID und ME/CFS

Post-Akute Infektions-Syndrome (PAIS)

Unter dem Begriff PAIS werden Krankheitsbilder zusammengefasst, die nach einer viralen, bakteriellen oder parasitären Infektion fortbestehen oder neu auftreten. Die bekanntesten Formen sind derzeit Long-COVID und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome).

Es handelt sich dabei um schwere systemische, organische Erkrankungen, die oft mit einer Fehlfunktion des Immunsystems, des autonomen Nervensystems sowie des zellulären Energiestoffwechsels einhergehen.

Die Kernsymptomatik

Das Leitsymptom vieler PAIS-Erkrankungen ist die Post-Exertional Malaise (PEM). Dies ist eine oft zeitversetzte (24-48 Stunden später auftretende) massive Verschlechterung aller Symptome nach bereits geringfügiger körperlicher, mentaler oder emotionaler Anstrengung.

Weitere häufige Symptome:

  • Kognitive Dysfunktion: „Brain Fog“, schwere Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen und verlangsamte Informationsverarbeitung.
  • Dysautonomie: Orthostatische Intoleranz (Unverträglichkeit des Aufrechtseins), Herzrasen/POTS, Schwindel.
  • Schlafstörungen: Nicht-erholsamer Schlaf, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus.
  • Sensorische Überempfindlichkeit: Stark erhöhte Licht-, Geräusch- und Reizempfindlichkeit.

Therapie-Ansatz: Echtes Pacing vs. Fehlinformationen

Es ist von entscheidender Bedeutung, zwischen dem medizinisch notwendigen Pacing und veralteten, potenziell schädlichen Aktivierungstherapien zu unterscheiden.

Was echtes Pacing ist:

Pacing ist ein striktes, individuelles Energiemanagement. Das primäre Ziel ist es, niemals über die individuelle Belastungsgrenze (den „Energy Envelope“) hinauszugehen. Es geht darum, Aktivitäten so frühzeitig zu reduzieren und Pausen einzulegen, dass keine PEM (Zusammenbruch) ausgelöst wird. Pacing ist kein Training, sondern eine essenzielle Schutzmaßnahme zur Vermeidung dauerhafter Zustandsverschlechterungen.

Wichtig: Pacing hat hier nichts mit dem englischen „to pace“ im Sinn von Tempo machen oder sich steigern zu tun. Es bedeutet das Gegenteil: Energie einteilen und unter der eigenen Grenze bleiben.

Wichtige Warnung: Keine Aktivierungstherapie (GET)

Oft wird Betroffenen fälschlicherweise eine Graded Exercise Therapy (GET) oder eine rein psychologische Behandlung empfohlen.

  • GET (Gesteigerte Aktivitätstherapie): Versucht, die körperliche Belastung stetig zu steigern. Bei PAIS-Patienten mit PEM führt GET regelmäßig zu einer schweren und oft irreversiblen Verschlechterung des Gesundheitszustands.
  • Psychologisierung: PAIS ist eine somatische Multisystemerkrankung. Verhaltenstherapien können zwar bei der Krankheitsbewältigung unterstützen, heilen jedoch nicht die biologische Ursache und dürfen niemals als Ersatz für körperliche Schonung missbraucht werden.

Kontakt

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E-Mail schreiben → info@pais-info.at

Die Inhalte auf PAIS-Info dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

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